Begriff und Abkürzungen der ISO 17025 und Akkreditierung

Akkreditierung

Akkreditierung im Zusammenhang mit der ISO 17025 bedeutet die formelle Anerkennung der fachlichen und organisatorischen Kompetenz einer Prüf- oder Kalibrierstelle. Die Anerkennung bezieht sich dabei immer auf eine konkrete und eingegrenzte Tätigkeit, welche in einem offiziellen Geltungsbereich dargelegt ist. Eine Akkreditierung im Rahmen der ISO 17025 erfolgt aus-schliesslich über eine staatliche Behörde. In der Schweiz ansässige Prüf- und Kalibrierstellen erhalten ihre Anerkennung von der schweizerischen Akkreditierungsstelle (SAS), www.seco.admin.ch/de/akkreditierung. Gesetzliche Grundlage dazu ist die Verordnung über das schweizerische Akkreditierungssystem und die Bezeichnung von Prüf-, Konformitätsbewertungs-, Anmelde- und Zulassungsstellen (SR 946.512).

Akkreditierungsstelle

Das Wort Akkreditierungstelle und akkreditierende Stellen sind in unterschiedlichen Zusammenhängen bekannt. Im Zusammenhang mit der Anerkennung von Prüf- und Kalibrierlaboratorien aufgrund der ISO 17025 sind entsprechende Stellen immer staatlich. In der Schweiz ist dies die Schweizerische Akkreditierungsstelle – SAS.

Akkreditierungszeichen

Akkreditierte Stellen sind berechtigt, für den Nachweis ihrer Anerkennung durch die SAS ein Symbol bzw. Zeichen einzusetzen. Es sieht aus wie ein Stempel, trägt in der Mitte ein Schweizerkreuz, eine individuelle Akkreditierungsnummer, sowie eine Internetadresse zur Überprüfung der Zuordnung des Zeichens:

Anweisung


Vorschriften sind in der Dokumentation für eine Akkreditierung ein meist unabdingbares Instrument, um beispielsweise Vorgänge der Kalibrierung, Prüfung, Messung usw. hinlänglich genau zu beschreiben. Mit Vorschriften wird sichergestellt, dass Vorgänge wiederholbar, nachvollziehbar und mit gleichbleibender Qualität ausgeführt werden können. Synonym werden für den Begriff auch Standard Operating Procedure (SOP), Standardarbeitsanweisung (SAW), Anweisung (AW), Arbeitsanweisung (AA) usw. verwendet.

Begutachtung


Begutachtung ist ein fester Begriff der Akkreditierung und bezeichnet den Prüfvorgang der SAS für die Akkreditierung eines Gesuchstellers. Im Zusammenhang mit der ISO 17025 sind Gesuchsteller Laboratorien, welche Prüfungen und Kalibrierungen vornehmen. Eine Begutachtung durch die SAS lässt sich in zwei Bereiche aufteilen. Einerseits werden Vorgänge, Unterlagen und Informationen vor Ort beim Gesuchsteller auf deren Konformität mit der ISO/IEC 17025 und den SAS-Vorgaben geprüft. Andererseits werden vorgängig gelieferte sowie im Nachgang zu den Prüfungen vor Ort eingereichte Unterlagen und Informationen ohne das Beisein von Personen der gesuchstellenden Stelle geprüft. Wie die Zusammenarbeit zwischen der SAS und der Gesuchstellerin im Rahmen der Akkreditierung in der Schweiz ablaufen kann, wird im SAS Dokument Nr. 741.dw beschrieben. Was dabei für das Labor wichtig ist, um im Begutachtungsprozess mit möglichst viel Selbstbestimmung und Autonomie agieren zu können, ist Teil unseres Erfahrungs- und Fachwissens.

Beschwerden


Laut der EN ISO/IEC 17025:2017 ist eine Beschwerde der Ausdruck von Unzufriedenheit einer Person oder einer Organisation gegenüber einem Laboratorium bezüglich der Tätigkeiten oder Ergebnisse dieses Laboratoriums und bedingt eine Antwort. Die Behandlung von Beschwerden wird in der EN ISO/IEC 17025:2017 unter 7.9 detailliert vorgeschrieben.
Aufgrund der Definition aus der Norm ist jede Nachfrage der Kundschaft, welche durch Unzufriedenheit motiviert ist, entsprechend einem formalisierten Vorgang für die Behandlung von Beschwerden zu beantworten. Wie gross der Spielraum für die Akkreditierung in der Schweiz ist, ist Teil unseres Erfahrungs- und Fachwissens.

CE-Kennzeichnung


Durch die CE-Kennzeichnung erklärt ein Hersteller in der Europäischen Union, dass ein bestimmtes Produkt den in den einschlägigen Harmonisierungsrechtsvorschriften festgelegten Anforderungen genügt, und dies mit dem entsprechenden Konformitätsbewertungsverfahren nachgewiesen wurde. Die CE-Kennzeichnung garantiert, dass entsprechend gekennzeichnete Produkte in der EU (bzw. dem EWR) ohne Einschränkung gehandelt werden können und gewährleistet dem Konsumenten einheitlichen Schutz in Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltbelangen. Die CE-Kennzeichnung wird in der Schweiz grundsätzlich nicht verlangt. Sieht die sektorspezifische Gesetzgebung in der Schweiz eine Konformitätskennzeichnung vor, kann das CE-Kennzeichen aber alternativ zum Schweizer Konformitätszeichen angebracht werden. (zitiert aus www.sas.ch)

Eignungsprüfung


Laut der EN ISO/IEC 17025:2017 ist die Eignungsprüfung eine Bewertung der Leistung eines Teilnehmers nach zuvor aufgestellten Kriterien durch Vergleiche zwischen Laboratorien. In diesem Zusammenhang werden auch die Begriffe Leistungstest, Ringversuch, Laborvergleichsuntersuchung und auch PT – proficieny tests – verwendet.

Entscheidungsregel


Laut der EN ISO/IEC 17025:2017 beschreibt die Entscheidungsregel, wie die Messunsicherheit eines Prüfverfahrens berücksichtigt wird, wenn Aussagen zur Konformität mit einer festgelegten Anforderung getätigt werden. Je nach Branche, werden Messunsicherheiten bei der Beurteilung von Konformität berücksichtigt oder auch nicht. Wie dies in Ihrer Branche aussieht, ist Teil unseres Erfahrungs- und Fachwissens.

Extern bereitgestellte Produkte und Dienstleistungen


Diese Wortkombination wurde in der Revision 2017/2018 in die ISO 17025 aufgenommen und steht für die Beschaffung und Verwendung von technischen Hilfsmitteln wie Geräte, Referenz- und Verbrauchsmaterial, Software sowie für zugekaufte Dienste für Kalibrierung, Ringversuche, Analysen, Service für Geräte, Infrastruktur und für die Bereitstellung und den Unterhalt von IT-Infrastruktur.

Fachexperten und Fachexpertinnen


Fachexpertinnen und Fachexperten – FE – sind Fachpersonen, welche von der SAS für die Begutachtung von antragsstellenden Prüf- und Kalibrierlabors beigezogen und vertraglich verpflichtet werden. FE kommen aus der Verwaltung und der Privatwirtschaft und sind im Fachgebiet der Antragstellenden ausgewiesene Expertinnen und Experten und begutachten massgeblich die Kompetenz. Es ist möglich, dass für eine Begutachtung zur Akkreditierung mehrere Fachexpertinnen oder Fachexperten nötig sind, um den beantragten Geltungsbereich abdecken zu können. Wie die gesuchstellenden Laboratorien bei der Verpflichtung von FE beteiligt sind und welche Einflussmöglichkeiten legitim sind, gehört zu unserem Erfahrungs- und Fachwissen.

Geltungsbereich


Eine Akkreditierung erfolgt immer für eine konkrete Dienstleistung, wie z.B. die Analyse von Quecksilber in Trinkwasser oder die Kalibrierung für die Messgrösse Temperatur. Der konkrete Geltungsbereich einer Akkreditierung wird in einem Verzeichnis zusammengefasst. Im Fall der ISO 17025 basierten Anerkennung ist dies das STS-Verzeichnis für Prüflaboratorien und das SCS-Verzeichnis für Kalibrierlaboratorien. Dieses ist öffentlich über die Webpage der SAS zugänglich www.seco.admin.ch/de/akkreditierung «Wer ist akkreditiert?». Eine Akkreditierung bestätigt, dass eine Stelle kompetent ist, die im STS-Verzeichnis festgelegte Tätigkeit mit definierter Zuverlässigkeit und in der vom Kunden geforderten Qualität auszuführen.

Grundsätzliche Regelungen und Ziele


Die Wortkombination «grundsätzliche Regelungen und Ziele» ist mit der Revision 2017/2018 neu in die ISO 17025 aufgenommen worden. Ohne Vorkenntnisse ist die Wortkombination eher unauffällig und möglicherweise auch nichtssagend. In den früheren Versionen der ISO 17025 stand an gleicher Stelle der Norm die Forderung nach einer Qualitäts-Politik – Q-Politik. Eine solche ist in der aktuellen Version der Norm nicht mehr Bestandteil der Forderungen. Welche neuen und erleichternden Möglichkeiten dies den Laboratorien eröffnet, ist Teil unseres Erfahrungs- und Fachwissens.

GUM


GUM - Guide to the expression of uncertainty in measurement – ist ein international anerkanntes Konzept zur Ermittlung der Messunsicherheit. Die erste Übersetzung in die deutsche Sprache erfolgte 1995 durch die DIN (Deutsches Institut für Normung): Leitfaden zur Angabe der Unsicherheit beim Messen. Die Aktualisierung des Dokumentes erfolgt heute durch die ISO: ISO/IEC Guide 98-3 (2008), Uncertainty of measurement – Part 3: Guide to the expression of uncertainty in measurement. ISO, Genf 2008, ISBN 92-67-10188-9. Davon gibt es auch eine deutsche Übersetzung. Wir sind seit Anfang der 2000-er Jahre darauf spezialisiert, Interessierten die Kunst der Ermittlung der Messunsicherheit näher zu bringen, bestehende Konzepte zu verstehen sowie eigene normkonforme Konzepte aufzustellen.

High level structure: ISO/IEC Directives, 2012, Annex SL


Die High Level Structure ist eine durch die internationale Organisation für Normung (ISO) festgelegte Grundstruktur für alle Managementsystemnormen, welche von der ISO herausgegeben werden. Diese Grundstruktur soll dafür sorgen, dass in allen von der ISO veröffentlichten Managementsystemnormen die identischen Managementanforderungen vorkommen und wesentliche Widersprüche damit ausgeschlossen sind.

Informationsgespräch


Informationsgespräch ist ein fester Begriff der Akkreditierungstätigkeit der SAS. Das Informationsgespräch ist nach erfolgter Anmeldung zur Akkreditierung das erste persönliche Gespräch des Gesuchstellers mit der zugewiesenen leitenden Begutachterin oder dem zugewiesenen leitenden Begutachter. Dieses Gespräch findet in den Räumlichkeiten der SAS statt und dient dem offiziellen Kennenlernen, der Darlegung der geltenden Regeln für die Akkreditierung seitens der SAS sowie der Einleitung zur Beauftragung von Fachexperten und -Expertinnen. Was in einem Vorgespräch seitens des Labors wichtig und zielführend ist, gehört zu unserem Erfahrungs- und Fachwissen.

ISO – International Standardisation Organisation

Die ISO – internationale Organisation für Normung – bildet zusammen mit der IEC – internationale elektrotechnische Kommission – und der ITU – internationale Fernmeldeunion – die WSC – World Standards Cooperation. Zusammen erarbeiten die drei Organisationen internationale Normen in allen Bereichen. Die IEC ist dabei für die Normung im Bereich Elektrik und Elektronik zu-ständig, die ITU im Bereich Telekommunikation und die ISO in allen anderen Bereichen.

ISO 17025


ISO 17025 bzw. ISO/IEC 17025 ist eine Managementnorm mit dem Originaltitel «General requirements for the competence of testing and calibration laboratories». Die aktuelle gültige Version ist vom Dezember 2017. Deutsche Übersetzungen davon sind als SN EN ISO/IEC 17025:2018 «Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien» von der Schweizerischen Normenvereinigung, als DIN EN ISO/IEC 17025:2018 von der deutschen Normenvereinigung und als ÖVE/ÖNORM EN ISO/IEC 17025:2018 von der österreichischen Normenvereinigung erhältlich.
Die Norm wurde mit dem Ziel entwickelt, das Vertrauen in die Arbeit von Laboratorien zu fördern. Sie enthält Anforderungen für Laboratorien, damit diese nachweisen können, dass sie kompetent arbeiten und fähig sind, valide Ergebnisse zu erzielen. Zuständig für die Anerkennung ist für je-des Land die nationalen Akkreditierungsstelle.

Kalibrierberichte


Kalibrierberichte, auch Kalibrierscheine oder Kalibrierzertifikate genannt, weisen die Ergebnisse einer Kalibrierung bzw. Kalibriertätigkeit aus. Für akkreditierte Kalibrierdienste sind dafür in der ISO 17025 von 7.8.1.1 bis 7.8.8.3 umfangreiche und detaillierte Anforderungen gestellt. 

Kalibrierung


Kalibrierung ist eine Tätigkeit, die unter festgelegten Bedingungen in einem ersten Schritt eine Beziehung zwischen den durch Normale zur Verfügung gestellten Grössenwerten mit ihren Messunsicherheiten und den entsprechenden Anzeigen mit ihren beigeordneten Messunsicherheiten herstellt und in einem zweiten Schritt diese Information verwendet, um eine Beziehung herzustellen, mit deren Hilfe ein Messergebnis aus einer Anzeige erhalten wird (zitiert aus SAS Dokument Nr. 702.dw). Vielleicht ist es für Sie besser verständlich, wenn sie lesen, dass mit einer Kalibrierung das Signal eines Messinstrumentes in eine physikalische Einheit wie beispiels-weise Grad Celsius °C oder Kilogramm kg übersetzt wird. Für diese Übersetzung werden sogenannte Normale bzw. Referenzen sowie etwas Mathematik eingesetzt. Der Begriff Kalibrierung wird auch von akkreditierten Kalibrierlaboratorien verwendet, wenn sie beispielsweise die Mess-werte des vom Kunden mitgelieferten Messgerätes mit den Messwerten des vom Kalibrierlabor eingesetzten Messgerätes vergleichen. Dabei kann man davon ausgehen, dass die im Vorfeld der Vergleichsmessung etablierte Kalibrierung des Kalibrierlabors hochwertiger ist, s. dazu die Kalibrier-Hierarchie unter metrologische Rückführung.

Kompetenz


Im Sinn der Akkreditierung umfasst die Kompetenz primär Fachwissen und Erfahrung einer Stelle, aber auch Aspekte der Führung, Organisation und Kommunikation nach innen und aussen, um die Vertrauenswürdigkeit von Berichten und Konformitätszertifikaten heute und in Zukunft sicherzustellen. (zitiert von www.sas.ch aus Broschüre_Akkreditierung_2010_de.pdf)

Konformität


Der Begriff Konformität wird in der ISO 17025 auf 20 Seiten ein- oder mehrmals verwendet und wird jeweils im Sinne von Übereinstimmung eingesetzt.

Konformitätsbewertungsstelle


Im gesetzlich geregelten Bereich bewirken Prüfungen und Konformitätsbewertungen, dass Pro-dukte und Dienstleistungen den Vorschriften entsprechend ausgeführt werden, die Sicherheit gewährleistet ist und Konsumenten geschützt sind. Akkreditierte Prüf- und Konformitätsbewer-tungsstellen prüfen vertrauenswürdig, ob Produkte und Dienstleistungen den gesetzlichen Vor-gaben entsprechen. Im gesetzlich nicht geregelten Bereich werden Produkte und Dienstleistungen auf der Grundlage privatrechtlicher Verträge auf den Markt gebracht. Es liegt an den Vertragspartnern, festzulegen, welchen Anforderungen der Vertragsgegenstand und allenfalls das Managementsystem des Herstellers oder Dienstleistungsanbieters zu genügen haben. (zitiert von www.sas.ch aus Broschüre_Akkreditierung_2010_de.pdf)

Leistungstests


Der Begriff Leistungstests – in englisch proficiency tests (PT) genannt – wird im Zusammenhang mit der ISO 17025 weitgehend synonym mit Laborvergleichsuntersuchung, Eignungsprüfung und Ringversuch, verwendet. Noch gibt es keine allgemein gültige oder gebräuchliche Definition, welche die unterschiedlichen Typen von Laborvergleichsuntersuchungen differenzieren würde. Die ISO/IEC 17043 beschreibt ein Managementsystem für Anbieter von Eignungsprüfungen. Basierend auf dieser Norm stellt die SAS auch eine Akkreditierung aus, s. SPTS.

Leitende Begutachtende

Leitende Begutachtende – LB – sind Mitarbeitende der Akkreditierungsstelle. Sie sind verantwortlich für die Durchführung des Begutachtungsverfahren, welches zur Akkreditierung und zum Er-halt einer erlangten Akkreditierung führt. Damit der beantragte Geltungsbereich und die dazu notwendigen Kompetenzen zuverlässig begutachtet werden können, werden von den LB sogenannte Fachexperten und Fachexpertinnen beigezogen.

Managementbewertung

Managementbewertung ist eine Forderung der ISO 17025 an die Leitung des Laboratoriums, welche in der Norm unter 8.9.1 bis 8.9.3 beschrieben ist. Darin wird gefordert, dass es zur Verantwortung der Leitung gehört, in geplanten Abständen zu überprüfen, ob das Managementsystem geeignet ist, die Anforderungen an die ISO 17025 kontinuierlich zu erfüllen.

Meinungen und Interpretationen

Grundsätzlich ist die ISO 17025 und die damit verbundene Akkreditierung darauf ausgelegt, Laboratorien als unabhängige und unparteiliche Dienstleister auszuweisen, bzw. zu anerkennen. In früheren Versionen der Norm und der Akkreditierung waren Interpretationen und Meinungen der Laboratorien in ihren Berichten nicht vorgesehen und untersagt. Die EN ISO/IEC:2017 hat nun unter 7.8.7 die Bedingungen festgelegt, unter welchen ein Labor seine Ergebnisse interpretieren darf und zusätzlich zu den Resultaten auch Meinungen abgeben darf.

Messunsicherheit

Mit der Akkreditierung und der ersten Version der Labornorm EN 45001 Ende der 1980-er Jahre wurde eine für Laboratorien neue Grösse gefordert: die Messunsicherheit. Mit der Messunsicherheit wird einem Ergebnis aus der Prüfung, Analyse, Messung oder Kalibrierung eine charakterisierende Grösse zugeordnet, welche die anzunehmende Variation des Ergebnisses quantifiziert. Grundlage und Hintergründe zur Ermittlung der Messunsicherheit werden durch folgende Norm wiedergegeben: ISO/IEC Guide 98-3 (2008), Uncertainty of measurement – Part 3: Guide to the expression of uncertainty in measurement. ISO, Genf 2008, ISBN 92-67-10188-9. Die Messunsicherheit – Synonym für Ungenauigkeit, Gegenteil von Genauigkeit – kann als unzureichende Kenntnis des Wertes einer Messgrösse verstanden werden. Im Messunsicherheitskonzept wird grundsätzlich differenziert, was ein Fehler und was ein Beitrag zur Messunsicherheit ist. Wir sind seit Anfang der 2000-er Jahre darauf spezialisiert, Interessierten die Kunst der Ermittlung der Messunsicherheit näher zu bringen, bestehende Konzepte zu verstehen sowie eigene normkonforme Konzepte aufzustellen.

Metrologie

Metrologie ist die Wissenschaft und Technik des Messens. Das Institut für Metrologie der Schweiz heisst METAS. Es hat den Auftrag, dafür zu sorgen, dass in der Schweiz mit der Genau-igkeit gemessen werden kann, wie es für die Belange der Wirtschaft, Forschung und Verwaltung erforderlich ist. Seinen gesetzlichen Auftrag vollzieht es zusammen mit Dritten; mit den Eichstellen sowie den Kantonen und deren Eichmeistern; in der Einheitenweitergabe mit seinen designierten Instituten, s. dazu auch Kalibrierung.

Metrologische Rückführbarkeit

Der Begriff „Metrologische Rückführbarkeit“ beschreibt die Eigenschaft, durch den der von einem Messgerät (oder einer Maßverkörperung) dargestellte Messwert über einen oder mehrere Schritte mit dem nationalen Normal für die betreffende Messgröße verglichen werden kann. Diese Schritte müssen eine ununterbrochene Kette von Vergleichsmessungen bilden. Dabei wird jeweils ein Messgerät oder eine Maßverkörperung mit einem Normal verglichen, dessen mess-technische Merkmale seinerseits durch einen Vergleich (auch Anschluss oder Anschlussmessung genannt) mit einem höherrangigen Normal ermittelt wurden. Auf diese Weise entsteht eine Kalibrier-Hierarchie bzw. eine Hierarchie der Prüfmittel. (zitiert von www.bev.gv.at, Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Österreich)
(Abbildung zur Kalibrier-Hierarchie aus SAS Dokument Nr. 702.dw, www.seco.admin.ch/de/akkreditierung)

Nichtkonforme Arbeiten

Mit der Wortkombination nichtkonforme Arbeiten sind unter 7.10 der Norm laborinterne Arbeiten gemeint, welche von den laborintern festgelegten Vorgaben abweichen. Dies kann in unter-schiedlichen Situationen der Fall sein: Bei der internen Kontrolle oder Überprüfung von Prüf- und Messeinrichtungen, bei der Bewertung von Ergebnissen aus der Teilnahme an Ringversuchen, bei der Plausibilisierung von Ergebnissen, welche dem Kunden berichtet werden usw. 

Nichtkonformität – NK

Mit dem Begriff Nichtkonformität – NK – wird im Rahmen der Akkreditierung zum Ausdruck gebracht, dass ein organisatorischer Zustand, eine technische Gegebenheit, ein Ergebnis oder eine Dokumentation nicht den Vorgaben der Norm oder den weiteren Akkreditierungsvorgaben entspricht. SAS Dokument 707 gibt darüber Auskunft, was eine NK ist und was der Unterschied zwischen einer wesentlichen und einer unwesentlichen NK ist.

Option A und B

Unter 8.1 der Norm wird unterschieden, ob ein Labor eine bestehende Zertifizierung nach ISO 9001 hat (Option B) oder nicht (Option A). Dementsprechend unterscheiden sich die Anforderungen an das Managementsystem für die Akkreditierung gemäss ISO 17025. In der Umsetzung dieser Anforderungen durch die Schweizer Behörde SAS, spielt die gewählte Option defacto keine Rolle. Ob ein Labor nun einer Organisation angehört mit einem zertifizierten QMS nach ISO 9001 oder nicht, bei einer Begutachtung werden immer sämtliche Punkte der ISO 17025 begutachtet. Insofern ist diese Option für die Schweiz von theoretischer Natur, welche in der Begutachtungs-Praxis keinen Einfluss hat.

Prüfberichte

Prüfberichte, auch Analysenberichte, Prüfzertifikate oder Messprotokolle genannt, weisen die Ergebnisse von Prüf-, Mess- und Analysentätigkeiten aus. Für akkreditierte Prüfdienste sind dafür in der ISO 17025 von 7.8.1.1 bis 7.8.8.3 umfangreiche und detaillierte Anforderungen definiert. Wie Laboratorien mit den umfangreichen Anforderungen umgehen können, um ihren Kunden weiterhin ein übersichtliches und gut lesbares Ergebnis liefern zu können, ist Teil unseres Erfahrungs- und Fachwissens.

Prüfgegenstände

Der Begriff Prüfgegenstände wird in der ISO 17025 als Sammelbegriff für Untersuchungsgut, Probenmaterial, Produkt, Prüfobjekt, usw. verwendet. Zentrales Anliegen der Normforderungen ist einerseits, dass Prüfgegenstände in unverändertem Zustand bleiben und insbesondere kein Verlust, keine Kontamination oder jede andere Form von Veränderung erfolgt. Andererseits geht es darum, dass Möglichkeiten einer Verwechslung mit anderen Prüfgegenständen ausgeschlossen sind.

Qualität

Der Begriff Qualität wird umgangssprachlich als Ausdruck und Beschreibung für ein «gutes» Produkt oder eine «gute» Leistung verwendet. In der Fachsprache des Qualitätsmanagements macht der Begriff Qualität noch keine Aussage zur Güte. Erst in Verbindung mit einem Qualitätsmerkmal und schlussendlich mit einer zusätzlichen qualitativen oder quantitativen Ausprägung des entsprechenden Merkmals (Eigenschaft) wird eine Beschreibung zur Qualität konkret und aussagekräftig. In ISO-Begriffserläuterungen meint Qualität die Gesamtheit der Merkmale eines Produkts oder einer Dienstleistung in Bezug auf deren Eignung, definierte Anforderungen oder Bedürfnisse zu erfüllen. In dieser Auslegung entscheidet jeweils der Kunde darüber, ob Anforderungen oder Bedürfnisse letztlich erfüllt sind oder nicht. Abgleitet aus dem lateinischen «qualitas» bedeutet Qualität so viel wie Beschaffenheit bzw. Eigenschaft.

Referenzmaterial

Material oder Substanz von ausreichender Homogenität, von dem bzw. der ein oder mehrere Merkmalswerte so genau festgelegt sind, dass sie zur Kalibrierung von Messgeräten, zur Beurteilung von Messungen oder zur Zuweisung von Stoffwerten verwendet werden können. Ein Referenzmaterial kann aus einem Gas, einer Flüssigkeit oder einem festen Stoff, in reiner oder gemischter Form bestehen. Bespiele sind: Wasser zur Kalibrierung von Viskosimetern, Saphir als Wärmekapazitätsnormal in der Kalorimetrie und Kalibrierlösungen in der chemischen Analyse. (zitiert von www.sas.ch aus Broschüre_Akkreditierung_2010_de.pdf). Hersteller von Referenz-material können sich für ihre Tätigkeit akkreditieren lassen. Grundlage dazu ist die ISO 17034.

Ringversuch

Ein Ringversuch ist ein gängiges Hilfsmittel, um die eigene Prüf- und Kalibriertätigkeit mit anderen Prüf- und Kalibriereinrichtungen zu vergleichen. Dabei werden von einem Veranstalter (s.a. SPTS) identische Prüfgegenstände an eine angemessene Anzahl von Teilnehmenden verschickt. Die teilnehmenden Laboratorien prüfen oder kalibrieren nach ihren standardisierten Vorgaben und liefern ihre Ergebnisse dem Veranstalter. Der Veranstalter wertet die Ergebnisse nach vor-gängig festgelegten statistischen Regeln aus und versendet an die Teilnehmenden einen anonymisierten Bericht. Aufgrund des Berichtes können die Teilnehmenden erkennen, in welchem Um-fang ihre Ergebnisse mit jenen der übrigen Teilnehmenden übereinstimmen.

Risiken und Chancen

Die Forderung nach Massnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen wurde in der Revision 2017/2018 in die ISO 17025 aufgenommen. In einer Anmerkung zum Abschnitt 8.5 der Norm wird darauf hingewiesen, dass es keine Anforderung für formale Methoden zum Risikomanagement oder für einen dokumentierten Risikomanagementprozess gibt. Wie Laboratorien diese Forderung zu ihrem Vorteil umsetzen, ist Teil unseres Erfahrungs- und Fachwissens.

Rückführbarkeit von Messwerten

SAS 

Die Schweizerische Akkreditierungsstelle (SAS) – www.seco.admin.ch/de/akkreditierung – ist eine staatliche Institution der Schweiz, welche für die Akkreditierung von Konformitätsbewertungsstellen zuständig ist. Die SAS ist ein Amt im Staatssekretariat für Wirtschaft, dem SECO. Die SAS begutachtet und akkreditiert die folgenden Typen von Konformitätsbewertungsstellen (KBS) aufgrund der entsprechenden internationalen Normen:

• Prüflaboratorien; SN EN ISO/IEC 17025
• Kalibrierlaboratorien; SN EN ISO/IEC 17025
• Medizinische Laboratorien; SN EN ISO 15189
• Hersteller von Referenzmaterialien; SN EN ISO 17034
• Anbieter von Eignungsprüfungen; SN EN ISO/IEC 17043
• Inspektionsstellen; SN EN ISO/IEC 17020
• Zertifizierungsstellen für Managementsysteme; SN EN ISO/IEC 17021-1
• Zertifizierungsstellen für Personen; SN EN ISO/IEC 17024
• Zertifizierungsstellen für Produkte, Prozesse und Dienstleistungen; SN EN ISO/IEC 17065

SCS

Suisse Calibration Service – SCS – steht für Kalibrierlaboratorien, welche von der SAS akkreditiert sind. 

SCS-Verzeichnis 

Das SCS-Verzeichnis beinhaltet die konkreten Dienstleistungen, für welche die akkreditierte Kalibrierstelle von der SAS anerkannt ist. Die Verzeichnisse sind öffentlich zugänglich; www.seco.admin.ch/de/akkreditierung.

SPTS

Suiss Proficiency Testing Service - Schweizerischer Eignungsprüfungsdienst – ist ein Anbieter von Eignungsprüfungen, welcher von der SAS akkreditiert ist. Grundlage für die Akkreditierung ist die SN EN ISO/IEC 17043.

SRMS 

Swiss Reference Material Service - Schweizerischer Referenzmaterialiendienst – ist ein Hersteller von Referenzmaterialien, welcher von der SAS akkreditiert ist. Grundlage für die Akkreditierung ist die SN EN ISO/IEC 17034.

Stelle 

Im Zusammenhang mit der Akkreditierung von Kalibrierlaboratorien und Prüflaboratorien wird synonym auch die Bezeichnung Kalibrierstelle und Prüfstelle verwendet.

STS 

Swiss Testing Service - Schweizerischer Prüfdienst - ist ein Anbieter von Prüfleistungen, welcher von der SAS akkreditiert ist. Grundlage für die Akkreditierung ist die SN EN ISO/IEC 17025.

STS-Verzeichnis 

Das STS-Verzeichnis beinhaltet die konkreten Dienstleistungen, für welche die akkreditierte Prüfstelle von der SAS anerkannt ist. Die Verzeichnisse sind öffentlich zugänglich; www.seco.admin.ch/de/akkreditierung

Technische Aufzeichnungen

Die ISO 17025 stellt unter 7.5 Anforderungen zu technischen Aufzeichnungen, ohne die Spezifizierung «technisch» zu definieren. Unsere langjährige Erfahrung weist uns darauf hin, dass mit dieser Wortkombination sämtliche Aufzeichnungen im Rahmen der akkreditierten Tätigkeit gemeint sind.

Unparteilichkeit

Laut der EN ISO/IEC 17025:2017 ist Unparteilichkeit das Vorhandensein von Objektivität, was seinerseits bedeutet, dass Interessenkonflikte ausgeschlossen sind. Unparteilichkeit ist eine zentrale Voraussetzung für eine Akkreditierung. Sämtliche möglichen Zweifel an einer zuverlässigen und funktionierenden Unparteilichkeit müssen ausgeräumt sein, bevor die SAS eine Akkreditierung aussprechen kann. Es gehört zu unserem Erfahrungs- und Fachwissen, dass wir Sie in dieser Sache zuverlässig beraten können.

Validierung

Unter Validierung versteht man im Zusammenhang mit der ISO 17025 den formellen und dokumentierten Nachweis, dass eine chemische, physikalische oder mikrobiologische Prüfmethode für ihren Einsatzzweck geeignet ist und die an sie gestellten Anforderungen erfüllt.
Eine Validierung ist in formaler und inhaltlich Hinsicht einer Verifizierung ähnlich. Wie sich die beiden Forderungen im Detail unterscheiden, ist Teil unseres Erfahrungs- und Fachwissens. Hinweise darauf geben auch das SAS Dokument 324 für chemisch-physikalische Prüfverfahren und das SAS Dokument 328 für mikrobiologische Prüfverfahren, sie machen den Laboratorien die Aufgabe jedoch nicht unbedingt einfacher.

Verantwortung der Leitung

Die ISO 17025 formuliert an einigen Stellen der Norm Pflichten, welche durch die Leitung des Laboratoriums wahrgenommen werden müssen. Die entsprechende Formulierung lautet «die Leitung des Laboratoriums muss». Wir geben interessierten Laborleitenden regelmässig die Gelegenheit, sich im Rahmen eines Tageskurses mit ihren nicht delegierbaren Aufgaben im Rahmen der Akkreditierung auseinanderzusetzen und wenn nötig, neu zu sortieren. 
Hinterlassen Sie uns Ihre direkte Mail-Adresse, damit wir Sie vor der nächsten Durchführung persönlich informieren können.

Verfahren

Der Begriff Verfahren wird in der Norm einerseits im Zusammenhang mit Messverfahren verwendet, was eine direkte Forderung nach Vorschriften darstellt. Andererseits wird der Begriff auch sehr unspezifisch als Forderung nach einem standardisierten Vorgang eingesetzt.

Verifizierung

Laut der EN ISO/IEC 17025:2017 erbringt die Verifizierung einen objektiven Nachweis, dass eine Betrachtungseinheit die spezifizierten Anforderungen erfüllt; z.B. eine Bestätigung, dass Leistungsmerkmale oder gesetzliche Anforderungen an ein Messsystem erfüllt werden. Eine Verifizierung ist in formaler und inhaltlicher Hinsicht einer Validierung ähnlich. Wie sich die beiden Forderungen im Detail unterscheiden, ist Teil unseres Erfahrungs- und Fachwissens. Hinweise darauf geben auch das SAS Dokument 324 für chemisch-physikalische Prüfverfahren und das SAS Dokument 328 für mikrobiologische Prüfverfahren, sie machen den Laboratorien die Aufgabe jedoch nicht unbedingt einfacher.

Vorgespräch

Vorgespräch ist ein fester Begriff der Akkreditierungstätigkeit der SAS. Das Vorgespräch ist nach erfolgtem Informationsgespräch das zweite persönliche Gespräch zwischen der SAS und dem Gesuchsteller im Hinblick auf dessen Akkreditierung. Das Vorgespräch findet beim gesuchstellenden Labor statt. Dabei nehmen seitens der SAS auch die zugewiesenen  Fachexperten und Fachexpertinnen teil. Wie die Zusammenarbeit zwischen der SAS und der Gesuchstellerin im Rahmen der Akkreditierung in der Schweiz ablaufen kann, wird im SAS Dokument Nr. 741.dw beschrieben. Welches die optimale Vorbereitung eines Labors auf ein Vorgespräch ist, ist Teil unseres Erfahrungs- und Fachwissens.

Zertifikat

Dokument, das nach den Regeln eines Zertifizierungssystems ausgestellt wird, um Vertrauen zu schaffen, dass ein eindeutig beschriebenes Produkt, ein eindeutig beschriebener Ablauf oder eine eindeutig beschriebene Dienstleistung mit einer bestimmten Norm oder einem anderen normativen Dokument konform ist. (zitiert von www.sas.ch aus Broschü-re_Akkreditierung_2010_de.pdf)

Zertifizierung

Neben dem verwaltungsrechtlich geregelten Vorgang der Akkreditierung gibt es auch einen privatrechtlichen Vorgang zur Anerkennung von ISO-normbasierten Managementsystemen. Der privatrechtliche Vorgang wird Zertifizierung genannt, wobei es inhaltlich einen wesentlichen Unterschied gibt. Eine Akkreditierung nach beispielsweise der ISO 17025 anerkennt die Kompetenz einer Organisation inkl. deren Fähigkeit, ein entsprechend konformes Managementsystem zu betreiben. Eine Zertifizierung beispielsweise nach der ISO 9001 anerkennt nur, dass das Managementsystem konform zur ISO 9001 aufgebaut und betrieben wird. Eine Anerkennung von Kompetenz sieht eine Zertifizierung nicht vor. Stellen, welche Zertifizierungen im Rahmen von ISO-basierten Managementsystemen durchführen, müssen für diese Tätigkeit akkreditiert sein. Dazu dient die ISO/IEC 17021.

Zertifiziertes Referenzmaterial

Referenzmaterial mit Unterlagen, die von einer autorisierten Stelle herausgegeben wurden
und das einen oder mehrere spezifizierte Merkmalswerte mit beigeordneten Unsicherheiten
und Rückführbarkeiten liefert, unter Anwendung gültiger Verfahren. (zitiert aus SAS Dokument Nr. 702.dw). Hersteller von zertifiziertem Referenzmaterial können sich für ihre Tätigkeit akkreditieren lassen. Grundlage dazu ist die ISO 17034.